In eine andere Kultur eintauchen und den Menschen in gegenseitigem Lernen begegnen: Das war Johanna bei ihrem weltwärts-Freiwilligendienst in Kolumbien wichtig. Sie hat uns von ihren Erfahrungen erzählt.

Interview mit Johanna

Warum hast du dich für einen Freiwilligendienst in Kolumbien entschieden?

Mir war klar, dass ich ins Ausland gehen möchte. Ich habe mich informiert und mich für einen Freiwilligendienst entschieden; nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern auch wegen des Gedankens, dass man in die Kultur einsteigen und etwas Sinnvolles machen möchte. Ich bin auf Volunta gestoßen und das kam mir gleich vertrauenswürdig vor, auch wegen der Verbindung zum DRK.

Ich wollte unbedingt in ein spanischsprachiges Land und im Beratungsgespräch kristallisierte sich Kolumbien heraus. 

 

Was waren deine Aufgaben?

Ich war erst in der Grundschule und weiterführenden Schule, später nur in der Grundschule im Englischunterricht tätig. Dort habe ich mit den Lehrern zusammengearbeitet, Unterrichtseinheiten vorbereitet und auch umgesetzt. 

"Meine Gastfamilie war supertoll und ist für mich wie eine zweite Familie geworden, diese Erfahrung ist für mich das Wertvollste!"

Johanna
weltwärts-Freiwillige in Kolumbien

Gab es Herausforderungen für dich?

In den ersten Monaten habe ich mich erschlagen gefühlt: Spanisch sprechen; und die Zeitumstellung hat mir zu schaffen gemacht. Ich bin sogar auf Partys eingeschlafen! 

 

Hast du dich persönlich weiterentwickelt?

Ich habe mehr eine Balance in mir gefunden; ich war im Schulkontext sehr verantwortungsbewusst, aber außerhalb davon eher abenteuerlustig und jetzt konnte ich beide Seiten besser vereinen. Insgesamt haben mein Selbstbewusstsein und mein Verantwortungsbewusstsein zugenommen. 

"In Kolumbien hat man eine andere Einstellung zu Problemen, man sagt erstmal 'tranquila' und sucht pragmatisch nach einer Lösung."

 

Hat der Freiwilligendienst deine beruflichen Ziele beeinflusst?

Ein Mitfaktor für den Freiwilligendienst war, dass ich nach der Schule nicht sicher war, was ich studieren möchte und dass ich nicht gleich wieder in diese Lernstruktur reingehen, sondern neue Perspektiven bekommen wollte. Jetzt werde ich mein Psychologiestudium beginnen. In meiner Einsatzstelle habe ich auch Aspekte von Psychologie kennengelernt: Im Kern sind Menschen überall gleich. Das habe ich bei der Arbeit gemerkt und es hat mich interessiert und bestärkt.

 

Würdest du einen Auslandsfreiwilligendienst empfehlen?

Ich kann es jedem empfehlen! Ich finde es wichtig zu reflektieren, aus welcher Intention man das angeht: Nicht, weil man denkt, ich bin was Besseres und kann den Leuten dort etwas zeigen, sondern: Ich lerne ebenfalls; es ist eine zwischenmenschliche Begegnung.
 

 

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