Max hat sich ein Jahr lang im FSJ in einer Wohneinrichtung für Männer mit Behinderungen engagiert. Auch wenn es dabei manchmal ruppig zuging, strahlt Max aus, wie begeistert er von seiner Einsatzstelle war.
Interview mit Max
Warum hast du dich für einen Freiwilligendienst entschieden und warum für diese Einsatzstelle?
Ich brauchte das FSJ, um das Fachabi zu erlangen und habe über eine Bekannte von dieser Einrichtung erfahren. Mit behinderten Menschen hatte ich vorher noch gar nicht zu tun, das war komplettes Neuland für mich. Ich bin so richtig in kaltes Wasser gesprungen.
War der Umgang mit den Bewohnern manchmal herausfordernd für dich?
Tatsächlich gab es manchmal körperliche Angriffe durch die Bewohner. Manchmal sehe ich so etwas kommen und kann mich darauf in dem Moment vorbereiten, aber ich hatte auch schon völlig unerwartet eine Faust im Gesicht. Das passiert nun mal und meistens liegt es daran, dass die Bewohner aus irgendeinem Grund in Stress geraten. Deswegen kann ich damit gut umgehen. Ich bin auch in meiner Einsatzstelle sehr gut unterstützt worden, konnte immer Fragen stellen. Eine Herausforderung war es auch, die Verantwortung zu haben für die Bewohner. Wenn alle durchdrehen und du erst einmal nicht weißt, was du jetzt machen sollst.
Trotzdem scheint dir deine Einsatzstelle sehr gut zu gefallen. Woran liegt das?
Man kann mit den Jungs alles machen! Ich finde es toll, wenn sie dieses Funkeln in den Augen bekommen. Sei es, dass wir zusammen Uno spielen oder spazieren gehen: Wenn sie sich so freuen, da bekommt man so viel zurück von den Bewohnern.
Welche Aufgaben hattest du?
Im Frühdienst gibt es mehr pflegerische Aufgaben und das Helfen beim Frühstück. Ansonsten mache ich mit den Bewohnern Ausflüge, gehe mit ihnen einkaufen, spiele mit ihnen, unterstütze sie bei der Tagesstruktur. Wir fahren zum Beispiel gerne einfach irgendwo hin und gehen dann spontan ein Eis essen oder spazieren.
Hast du dich im FSJ weiterentwickelt oder bestimmte Stärken an dir entdeckt?
Ja, man wächst und wird reifer! In Bezug auf Geduld, Empathie, wie du mit bestimmten Situationen umgehst. Ich habe gelernt, mich an die Situationen anzupassen. Außerdem habe ich Durchhaltevermögen beweisen müssen! Dass ich es schaffe, sonntags um 5 Uhr aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Das ist aber nicht schwer, weil man viel motivierter ist als in der Schule.

