Bei seiner Arbeit auf dem Pferdehof läuft Luis manchmal bis zu 25 Kilometer am Tag zu Fuß und muss störrische Pferde aus ihren Boxen holen und auf die Koppel bringen. Warum er an seiner FÖJ-Einsatzstelle trotzdem rundum glücklich ist, erzählt er im Interview.

Interview mit Luis

Warum hast du dich für das FÖJ auf dem Pferdehof entschieden?

Schon seitdem ich 5 Jahre alt war, habe ich auf dem Bauernhof von Freunden meine Zeit verbracht und mitgeholfen. Mir war deshalb schon klar, dass mein Traumberuf etwas in Richtung Landwirtschaft ist.

Als ich überlegt habe, was ich für den praktischen Teil des Fachabis machen könnte, habe ich von der Möglichkeit des FÖJ mitbekommen und war eigentlich sofort überzeugt. 

Luis wechselt die Einstreu in einer Pferdebox.

Welche Aufgaben hast du?

Morgens um 7 Uhr fange ich an und füttere erst einmal die Pferde. Danach bringe ich sie raus auf die Koppel. Den Tag über muss ich dann ihre Boxen reinigen und neu einstreuen, die Koppeln von Pferdeäpfeln befreien oder Mäharbeiten verrichten. Wenn nachmittags Gruppen mit jüngeren Reitern da sind, habe ich auch Stallaufsicht und helfe dabei, die Sättel richtig aufzulegen.

Dadurch, dass ich so früh anfange, habe ich schon um 15.45 Uhr Feierabend, das ist eigentlich ganz schön, dann noch den halben Nachmittag frei zu haben. Ich arbeite auch jedes zweite Wochenende und habe dafür immer montags frei.

 

Gibt es Tätigkeiten, die du unangenehm findest?

Das herausforderndste sind die Pferde! Sie haben jeden Tag andere Launen, es ist ein bisschen wie mit Kleinkindern. Manchmal können sie sehr stur und nervig sein. Aber die Pferde sind auch das Highlight hier! Es gibt ein paar Tiere, die ich sehr gerne mag. Bei denen finde ich es dann auch weniger nervig, wenn sie manchmal bockig sind. 

 

Wie bewertest du dein FÖJ insgesamt?

Ich finde es toll, an der frischen Luft zu arbeiten. Abends weiß ich, was ich geschafft habe, bin müde und kann gut schlafen. Die körperliche Arbeit merkt man in den Beinen! Manchmal laufe ich am Tag 20 bis 25 Kilometer. Da bin ich auch froh, wenn ich an meinen freien Tagen mal nicht laufen muss.

 

 

Wie gefallen dir die Seminare?

Das Wochenseminar hat mir großen Spaß gemacht. Es gab viele Möglichkeiten für die Freiwilligen, den Ablauf frei mitzugestalten. Die Seminarleitungen waren außerdem gut integriert und unser Leiter hat uns beispielsweise interessante Einblicke in den Beruf eines Agrararchitekten gegeben.

 

Du hast dich auch zum Gruppensprecher wählen lassen. Mit welcher Motivation?

Dass es im FÖJ das Sprecherwesen gibt, hat es für mich tatsächlich noch verlockender gemacht. Ich habe vorher schon in Vereinen verschiedene Aufgaben übernommen und war Kurssprecher in der Schule, so etwas macht mir großen Spaß. Als Gruppensprecher möchte ich gerne das FÖJ bekannter machen, zum Beispiel auch mal an meine alte Schule gehen und dort das FÖJ vorstellen.

 

 

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