Noah war ein Jahr lang in der ruandischen Hauptstadt Kigali und hat das Partnerschaftsbüro Rheinland-Pfalz-Ruanda unterstützt. Im Interview berichtet er von seinen Eindrücken.

Interview mit Noah

Warum hast du dich für einen weltwärts-Freiwilligendienst in Ruanda entschieden?

Gute Freunde von mir hatten zuvor schon einen Auslandsfreiwilligendienst gemacht und ich wollte gerne in den globalen Süden. Ich wollte gerne meinen Horizont erweitern. Ruanda fand ich interessant, weil es ein Land ist, über das man wenig hört, außerdem ist es ein stabiles Land.

 

Was waren deine Aufgaben?

Ich war hauptsächlich im Büro tätig und dafür zuständig, Förderanträge für Projekte zu stellen, also die Projekte vorstellen und budgetieren. Ein Beispiel für ein Projekt war die Finanzierung einer Frauenfußballmannschaft mit allem drum und dran, wie etwa Personalkosten oder Material. Außerdem war ich für den Social-Media-Kanal zuständig. Die Zusammenarbeit im Team dort war sehr angenehm.

Ich war auch drei Wochen am Kiwusee auf dem Land in einer Berufsschule für Landwirtschaft, habe dort PC-Kurse gegeben und mit den Schüler/-innen auf dem Feld gearbeitet. Das war total spannend: Ich habe zum Beispiel viel über die  heimischen Pflanzen und deren Anbau gelernt.

Was hast du in deiner Freizeit gemacht?

Ich bin viel gereist und war in allen bereisbaren Nachbarländern von Ruanda: in Uganda, Kenia, Tansania, Sansibar. Man kann sehr cool mit dem Bus reisen, das dauert zwar lange, aber ich bin billig rumgekommen.

Mit jungen Ruandern, die ich über die Organisation kannte, bin ich auch ausgegangen und habe oft Fußball gespielt.

 

Gab es Herausforderungen?

Es ist schon eine sehr andere Kultur! Zum Beispiel gibt es in Kinyarwanda kein Wort für Bitte, so dass man nicht Bitte und Danke sagt wie bei uns. Das ist aber nicht unhöflich, nur ungewohnt.

Außerdem ist es ein großes Thema, wenn man weiß ist. Man fällt vor allem auf dem Land sehr auf, wird angestarrt, fotografiert, Kinder rufen einem hinterher.

Aber die Leute freuen sich und man hat direkt einen Platz in ihrem Herzen, wenn man zum Beispiel auf dem Markt ein bisschen Kinyarwanda spricht. Wir haben dafür einen Kurs belegt und man braucht das auch zur Verständigung, denn das Level der Englisch- oder Französischkenntnisse ist nicht so hoch.

 

Wie hast du dich weiterentwickelt?

Man lernt viel über globale Zusammenhänge und den globalisierten Kapitalismus, sieht, wie ausgebeutet Ostafrika noch ist. Alles gehört zum Beispiel Europäern oder Indern. Man sieht alles kritischer und ist sensibler im interkulturellen Umgang. 

Man gewinnt an Selbstvertrauen, ist ein Jahr auf sich allein gestellt, muss sein Leben organisieren, kochen etc. Ich habe ja mit meiner Mitfreiwilligen alleine in einer WG gewohnt.

 

Kannst du den Auslandsfreiwilligendienst empfehlen?

Ich kann gerade Ruanda sehr empfehlen! Es ist ein tolles, angenehmes, sicheres, sehr schönes Land mit vielen Möglichkeiten. Ich möchte mich auch weiter engagieren, zum Beispiel als Mentor für ruandische Freiwillige, und auch in ein paar Jahren nach Ruanda zurückkehren.

 

 

 

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