In der Jugendherberge in Lugo hat Jolina vielfältige Büroaufgaben übernommen – dafür musste sie sich sogar in den regionalen Dialekt einarbeiten. Über die Arbeit an spannenden Projekten hatte Jolina Kontakte zu jungen Menschen aus der ganzen Welt.

Interview mit Jolina

Warum hast du dich für einen Auslandsfreiwilligendienst in Spanien entschieden?

Ich hatte mit 20 mein Abi in Kombination mit der Erzieherausbildung abgeschlossen und habe mich ein wenig verloren gefühlt. Eine Freundin hat mich auf die Idee gebracht, ein Auslandsjahr zu machen, weil das gut ist, um den Kopf frei zu kriegen und sich selbst zu finden. Ich habe mir dann die Angebote von Volunta angeschaut und wollte gerne in Europa bleiben, um nicht so weit weg von meiner Familie zu sein.
 

Wie war dein Start in Lugo?

Als ich zum ersten Mal in meiner Einsatzstelle eintraf, wurde ich sehr herzlich empfangen. In der ersten Woche konnte ich sowohl Lugo als auch andere Orte in Galizien erkunden, mich einleben und zurechtfinden. In der zweiten Woche begann ich zu arbeiten. Mir wurde schrittweise alles Wichtige im Hostel gezeigt und erklärt. Mit der Zeit haben sich meine Aufgaben erweitert und ich habe das Gefühl, fester Bestandteil der Mitarbeiter geworden zu sein.

 

Welche Aufgaben hattest du?

Ich hatte unterschiedliche Aufgaben: Einmal die Hostel-Arbeit, also im Büro und an der Rezeption oder auch mal in der Küche. Ich war größtenteils für die Medienarbeit zuständig, habe beim Organisieren und Durchführen von unterschiedlichen Projekten geholfen und Telefonate und E-Mails im Hostel beantwortet. In Lugo spricht man nicht nur Spanisch, sondern hauptsächlich Gallego, das stark der portugiesischen Sprache ähnelt. Ein großer Unterschied zu dem Spanisch, das ich in Deutschland gelernt habe!

Morgens habe ich die Instagram- und Facebook-Posts für das Hostel erstellt – in Englisch und in Gallego. Hinzu kamen weitere Aufgaben wie PowerPoint-Präsentationen oder die Gestaltung von Werbemitteln.

Außerdem plant die Organisation meines Chefs Lug Open Factory unterschiedliche Projekte, die zum Ziel haben, die Teilhabe der Jugend zu wichtigen Themen zu fördern. An diesen Projekten habe ich immer teilgenommen und konnte so schon mit vielen unterschiedlichen jungen Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenarbeiten. Das war wirklich coole Projektarbeit, außerdem bin ich so viel gereist, zum Beispiel nach Frankreich, Portugal, Sevilla…

"Du wachst am Morgen auf und weißt: Du wirst auf glückliche Menschen treffen und herzlich empfangen!"

Was war dein Highlight?

Ich wurde komplett in die Kultur reingeworfen und habe so viel Neues gelernt! Die Spanier sind viel am Tanzen, am Singen und total gastfreundlich. Außerdem liebe ich die Landschaft: rausgehen, wandern; ich habe einige kleine Roadtrips gemacht.

 

Wie war der Alltag in einer anderen Sprache für dich?

Ich bin völlig ohne spanische Vorkenntnisse hingegangen! Mittlerweile spreche ich fließend Spanisch, beim Lernen haben mir auch die Spanier sehr geholfen. Zusätzlich habe ich auch die galizische Sprache Gallego gelernt.

 

Hat der Freiwilligendienst deine beruflichen Ziele beeinflusst?

Das Auslandsjahr hat vieles verändert, was meine Zukunft betrifft. Nach der Erzieherausbildung und dem Freiwilligendienst möchte ich die Arbeit mit Menschen arbeiten gerne mit der Büroarbeit verbinden. Deswegen werde ich jetzt Marketing und BWL studieren, und zwar in Lugo, wo ich jetzt fest hinziehen werde!

 

Wie hast du dich weiterentwickelt?

Ich bin schon stolz darauf, wie ich mich entwickelt habe. Ich bin sehr viel selbstsicherer in dem, was ich tue. Du musst dich Sachen trauen. Es ist für mich jetzt total normal, auf fremde Leute zuzugehen, Sachen zu fragen. Ich traue mich mehr, ins Ungewisse zu gehen, die Kontrolle loszulassen und zu schauen, was passiert.


Würdest du einen Auslandsfreiwilligendienst empfehlen?

Ja! Alle von uns haben etwas sehr Starkes geleistet. Der Freiwilligendienst hat mich so positiv beeinflusst. Das Jahr hat mir Seiten an mir gezeigt, die ich vorher nicht kannte. Es war eine Achterbahn von Gefühlen, man setzt sich viel mit sich selbst auseinander.

 

 

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