Josy hat acht Wochen in Costa Rica verbracht – erst zum Schutz von Meeresschildkröten, dann in einem Nationalpark.
Sie berichtet von nächtlichen Kontrollgängen am Strand, Holzarbeiten im Naturpark und faszinierenden Tieren in freier Wildbahn.
Interview mit Josy
Warum hast du dich für die Volunteering-Projekte in Costa Rica entschieden?
Ich wollte nach meinem Abitur erstmal ein Jahr Pause machen und hatte mich deshalb dazu entschieden, mich für 8 Wochen im Ausland zu engagieren. Ich wollte kein komplettes Auslandsjahr machen, da mir das zu lang gewesen wäre und ich habe gemerkt, dass acht Wochen eigentlich die perfekte Zeitspanne war. Von den Projekten her haben mich Costa Rica und Südafrika angesprochen, ich habe mich dann aber primär wegen den Schildkröten für Costa Rica entschieden.
Vor allem fand ich die Halbinsel Nicoya wunderschön und gerade die Strände und Sonnenuntergänge haben mich sprachlos gemacht. Mir ist auch aufgefallen, dass die Mentalität der Costa-Ricaner sehr anders ist. Die Menschen waren immer hilfsbereit, offen und insgesamt cool und locker drauf. Das ist auf jeden Fall auch eine der Sachen, die ich neben den Tieren und der Natur vermissen werde. Allerdings hatte ich gerade am Anfang Heimweh und habe meine Familie und vielleicht auch etwas mehr Zivilisation vermisst, da man wirklich mitten in der Natur war.
Was hast du genau gemacht?
Im ersten Projekt, Schutz von Meeresschildkröten, waren die Arbeitszeiten ein bisschen flexibler als im zweiten Projekt. Am Vormittag und Mittag haben wir entweder in der Brutstätte der Schildkröten gearbeitet oder unsere Zimmer und Bäder geputzt. Nach dem Mittagessen um 12 hatten wir Pause, bevor wir gegen 14-15 Uhr mit dem Beach Cleanup angefangen haben. Nach dem Abendessen ging um 21 Uhr die spannendste Arbeit los: wir sind auf nächtliche Kontrollgänge gegangen, wo wir mit etwas Glück auch Schildkröten gesehen und protokolliert haben.
Beim Projekt im Nationalpark hatten wir einen Arbeitsablauf mit festen Arbeitszeiten. Vormittags haben wir es entspannt angehen lassen und haben zum Beispiel Schilder für den Park aus Holz zurechtgeschnitten, gefräst und bemalt. Am Nachmittag ging es dann meistens ans Entfernen von Stöcken und Blättern auf den Wanderwegen des Parks. Manchmal waren wir auch den ganzen Tag auf den Wegen unterwegs und haben unser Mittagessen eingepackt. Bei diesen Touren hatten wir immer wieder die Gelegenheit, Tiere in freier Wildbahn zu sehen, insbesondere Affen und Nasenbären.
Was nimmst du aus deiner Zeit in Costa Rica mit?
Rückblickend auf diese acht Wochen fand ich die Tiere am schönsten (gerade die Schildkröten haben mir es sehr angetan). Aber auch das Kennenlernen neuer Leute, welche vor allem internationaler Herkunft waren, hat mir gefallen und man hält mit dem ein oder anderen auch noch Kontakt nach den Projekten. Insgesamt hatte ich wirklich eine sehr tolle Zeit und ich kann es wirklich jedem ans Herz legen, so einen Auslandseinsatz mal auszuprobieren!