Leonardo hat sich in Sucre in einem Krankenhaus engagiert, das hat ihm viele wichtige Einblicke in bestimmte Bereiche der Medizin gegeben. 

Interview mit Leonardo

Warum hast du dich für das Volunteering-Projekt in Bolivien entschieden?

Meine Entscheidung, mich für ein Volunteering-Engagement in Bolivien zu bewerben, war von zwei Aspekten geprägt. Erstens wünsche ich es mir seit langer Zeit Medizin zu studieren und wollte daher einen Einblick in dieses Feld gewinnen, während ich meine Zeit gleichzeitig sinnvoll und hilfreich einsetzen konnte. Zusätzlich trieb mich meine Leidenschaft fürs Reisen und das Interesse zu verstehen, wie Gesellschaften und Gemeinschaften in verschiedenen Teilen der Welt funktionieren an, eine neue Kultur kennenzulernen. Mit diesen Voraussetzungen durchstöberte ich das Internet und stieß auf die Website von Volunta. Nicht nur deren Ethos und Programm überzeugten mich, sondern auch die Verlockung, meine Spanischkenntnisse in einem faszinierenden Land weiterzuentwickeln. So entschied ich mich, den Kontakt zu ihnen aufzunehmen.

 

Was hast du genau gemacht?

Das Volunteering-Projekt, in dem ich tätig war, war Assistenz in einem Krankenhaus (Cristo de las Americas). In Bolivien ist das Gesundheitssystem folgendermaßen aufgebaut: Ähnlich wie in Deutschland gibt es Krankenhäuser, die in verschiedene Versorgungsstufen fallen. Cristo de las Americas ist ein Nivel 2 Krankenhaus. Dementsprechend sind eine kleine Notaufnahme und einige Fachrichtungen wie Innere Medizin, Orthopädie, Chirurgie, Gynäkologie und Pädiatrie vorhanden. In jeder Fachrichtung werden, wie in allen Krankenhäusern, täglich einige ambulante Sprechstunden durchgeführt. Mein Alltagsablauf änderte sich in den ersten Wochen einige Male. Meist verbrachte ich den Morgen damit, den Krankenpfleger*innen mit der Patientenpflege zu helfen. Hierzu gehörten die üblichen Aufgaben wie Betten wechseln, Patientenwäsche, Essen austeilen etc. Aber auch andere Aufgaben, wie manuelle Vitalparameter Kontrolle oder Verbandskompressen falten, gehörten mit dazu. In der Notaufnahme war ich an unterschiedlichen Aufgaben beteiligt, von dem Aufschreiben der Anamnese bis zum Aushelfen bei der Wundpflege.

 

Was nimmst du aus deiner Zeit in Bolivien mit?

Ob es an den Leuten liegt, die man trifft – Kollegen oder Mitfreiwilligen –, daran, dass man lernt, in einer völlig neuen Weise Beziehungen zu anderen zu bilden; dass man eine neue Kultur kennenlernt; daran, dass man an unfassbar schöne Orte reisen kann; dass man sich in seine Arbeit verliebt; oder das Gegenteil – dass man lernt, eine ganz neue Einstellung zu Problemen oder Schwierigkeiten einzunehmen – oder an all diesen Sachen, ist die Zeit in Bolivien glaube ich für alle besonders eindrucksvoll wenn nicht lebensverändernd.

Ich glaube, für die meisten, auf alle Fälle war es für mich, eins der bestmöglichen Erlebnisse, die man haben kann.