Thomas engagierte sich in zwei Projekten in Santiago de Chile. Während seines Freiwilligendienstes erlebte er das Leben in einer lateinamerikanischen Großstadt, sammelte neue Erfahrungen fernab seines Berufsalltags und vertiefte dabei seine Spanischkenntnisse.

Interview mit Thomas

Warum hast du dich für die Volunteering-Projekte in Chile entschieden?

Neben meinem Beruf wollte ich mich ehrenamtlich engagieren. Meine Vorstellung war hierbei ganz bewusst, im Rahmen einer Auszeit neue Erfahrungen zu sammeln, die mit meiner beruflichen Tätigkeit nichts zu tun haben. Da ich seit zwei Jahren Spanisch lerne, noch nie in einem lateinamerikanischen Land war, und „eine andere, neue Welt“ entdecken wollte, fiel die Wahl schnell auf Chile, und zwar konkret auf die Projekte in der Landeshauptstadt (das Leben in einer lateinamerikanischen Großstadt wollte ich unbedingt kennenlernen).

 

Was waren dort deine Aufgaben?

Meine Freiwilligenarbeit in Chile war zweigeteilt (die ersten zwei Wochen in Teilzeit in dem Tierschutzprojekt (Straßenhunde, -katzen, kombiniert mit einem Sprachkurs; die letzten vier Wochen in Vollzeit Umweltschutzprojekt).

Tierschutzprojekt: Die Leiterin der Tiefauffangstation, widmet sich mit großer Leidenschaft „ihren“ Straßenhunden, -katzen. Sie verfügt über ein großes Wissen, was Umgang mit und Pflege der Tiere anbelangt. Hieran lässt sie den Volunteer gerne teilhaben. Meine Tätigkeit bestand in der Reinigung der Käfige und Fütterung der Katzen. Mein (persönlicher) Eindruck war allerdings, dass bestimmte Tätigkeiten nicht durch einen Volunteer gemacht werden können (z.B. Untersuchung der Katzen, ggf. auch Impfungen etc.). Hierfür kam meist einmal pro Woche „fachkundiges Personal“ (Tierpfleger oder Veterinäre). Man sollte sich somit als Volunteer darüber im Klaren sein, dass das Aufgabengebiet auch etwas begrenzt ist.

Umweltschutzprojekt: Zum Großteil meiner Tätigkeit war ich in der Gärtnerei eingesetzt, und habe dort die Gärtner bei ihrer täglichen Arbeit (Pflege der Pflanzen, Umtopfen der Jungpflanzen in größere Behältnisse, Arbeiten vor dem bevorstehenden Winter (z.B. Sammeln von Samen) unterstützt. Die restliche Tätigkeit bestand in der Begleitung von Besuchergruppen, bzw. „sonstigen Verwaltungsarbeiten“.

 

Was nimmst du aus deiner Zeit in Chile mit?

Meine Erwartungen, im Rahmen des Volunteer Programms „über den Tellerrand“ hinauszublicken, in einer ganz anderen Welt neue Erfahrungen zu sammeln, und Neus zu lernen, wurden voll erfüllt. Vor allem in dem Umweltprojekt war eigentlich jeder Tag mit sehr vielen neuen Eindrücken, Erlebnissen verbunden. Zudem konnte ich sehr viel lernen, was Gartenarbeit und eine fremde Flora bzw. Fauna anbelangt. 

Ich empfinde meinen Aufenthalt in Chile als eine große persönliche Bereicherung, von der ich – so glaube ich – noch lange zehren werde.

Bedauerlich war, dass meine Zeit in dem Umweltprojekt eigentlich etwas zu kurz war. Eigentlich hätte ich gerne noch mehr von dem Projekt kennengelernt. Ich würde hier empfehlen, zumindest sechs Wochen oder noch länger in dem Projekt zu bleiben. Wer kein Großstadtfan ist (bzw. nicht gerne in Großstädten lebt), sollte ggf. in Santiago nur „als Einstieg“ für den Sprachkurs bleiben, und dann sich für ein Projekt in einem anderen Landesteil entscheiden.

Nach meiner Rückkehr habe ich auch den Wunsch, mich weiterhin ehrenamtlich zu engagieren (ggf. auch in einem internationalen Umfeld). Ich habe meine Tätigkeit als sehr sinnstiftend und „persönlich bereichernd“ erlebt.