Einsatzstellen-Handbuch
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Geschichte und Entwicklung

Die Geburtsstunde des Freiwilligen Sozialen Jahres in Deutschland liegt in den 1950er Jahren. Schon früh bemühten sich seine Anbieter um die gesetzliche Absicherung und die gesellschaftliche Akzeptanz des Dienstes. 1964 verabschiedete der Bundestag das „Gesetz zur Förderung eines freiwilligen sozialen Jahres (GFfsJ)“. Es steckte die wichtigsten Rahmenbedingungen für die Ausgestaltung des FSJ ab, beispielsweise die zu gewährenden Leistungen, das Trägerprinzip und die pädagogische Begleitung.

Gesellschaftliche Herausforderungen haben sich von Beginn an auf die inhaltliche und quantitative Entwicklung ausgewirkt. Mitte der 1970er Jahre stieg aufgrund von fehlenden Ausbildungs- und Stellenangeboten die Zahl der Freiwilligen, die ein FSJ zur Klärung ihrer Berufs- und Lebensperspektiven nutzten. Auch in den 1980er Jahren war in Zeiten hoher Jugendarbeitslosigkeit für viele junge Menschen das FSJ eine Möglichkeit, Wartezeiten sinnvoll zu überbrücken.

Ab 1990 ermöglichte eine umfangreiche Förderung des Bundesjugendministeriums den Aufbau von FSJ-Gruppen in den neuen Bundesländern. Durch eine Novellierung 1993 wurden auch ganzjährige Einsätze im europäischen Ausland möglich. Zeitgleich wurde das „Gesetz zur Förderung des freiwilligen ökologischen Jahres (FÖJ )“ verabschiedet. 2002 wurde das GFfsJ erneut überarbeitet. Seither kann ein Dienst nicht nur die Regelzeit von einem Jahr, sondern auch zwischen sechs und 18 Monaten dauern. Das Mindestalter wurde auf Erfüllung der Vollzeitschulpflicht herabgesetzt. Außerdem wurden neue Zielgruppen für das FSJ erschlossen und die Einsatzfelder auf die Bereiche „Sport“ und „Kultur“ ausgedehnt.
Im Bildungsjahr 2007/2008 waren bundesweit über 25 Prozent aller FSJ-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer bei einer DRK-Trägerorganisation engagiert. Damit wurde das DRK erstmals größter FSJ-Träger in Deutschland.

Seit 2009 gibt es den „Freiwilligendienst aller Generationen“ (FDaG): Menschen jeden Alters können sich innerhalb dessen analog zu den Jugendfreiwilligendiensten, jedoch mit einem geringeren Stundenumfang, für das Gemeinwohl engagieren.

Das Bundesfreiwilligendienstgesetz trat 2011 in Kraft. Es wurde als Reaktion auf die Aussetzung des Zivildienstes verabschiedet und definiert folgende Aufgabe: „Im Bundesfreiwilligendienst engagieren sich Frauen und Männer für das Allgemeinwohl, insbesondere im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich sowie im Bereich des Sports, der Integration und des Zivil- und Katastrophenschutzes. Der Bundesfreiwilligendienst fördert das lebenslange Lernen“ (BFDG §1). Der Dienst steht, anders als FSJ und FÖJ, auch Menschen über 27 Jahren offen.

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