Einsatzstellen-Handbuch
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Formale Rahmenbedingungen für den Einsatz von Freiwilligen

  • Freiwillige dürfen in keinem Fall die alleinige Verantwortung für die Einsatzstelle, einen zu betreuenden bzw. zu begleitenden Menschen oder die Durchführung bestimmter Tätigkeiten tragen. Die rechtliche Situation sieht vor, dass die Durchführungsverantwortung bei den Freiwilligen, die Kontroll- und Gesamtverantwortung jedoch immer bei der anweisenden Person liegt, egal ob Stations-, Schicht-, Gruppen- oder Einsatzleitung. Das bedeutet auch, dass Freiwillige nicht alleine die Aufsicht über einzelne Personen sowie Personengruppen übernehmen dürfen. Freiwillige sind immer Hilfskräfte.
  • Freiwillige sind im Rahmen der Übertragung von Tätigkeiten aller Art Auszubildenden formal nicht gleichzusetzen – unabhängig davon, ob sie Aufgaben assistierend, unter Anleitung oder selbstverantwortlich durchführen dürfen.
  • Ein Jugendfreiwilligendienst oder BFD erfolgt bis zum Alter von 27 Jahren in Vollzeit. Hier ist der Stundenumfang einer Vollzeitstelle in der jeweiligen Einrichtung maßgebend.
  • Seminarzeit ist Dienst-/Einsatzzeit. Durch die Teilnahme an Seminaren dürfen weder Mehr- noch Minusstunden entstehen.
  • Dienst- und Einsatzzeiten orientieren sich an denen der Einsatzstelle auf Grundlage einer 5-Tage-Woche.
  • Wie für die übrigen Beschäftigten einer Einrichtung gelten auch für Freiwillige die Regeln des Arbeitszeitgesetzes bzw. für unter 18-Jährige die des Jugendarbeitsschutzgesetzes (s. Absatz „Besondere Zielgruppen“). Dementsprechend ergibt sich u. a. Folgendes:
    1) Schichtdienst ist nach Berücksichtigung des Arbeitszeitgesetzes erlaubt. Das heißt:
        - Freiwillige dürfen maximal zwölf Tage am Stück arbeiten
        - Freiwillige sollten maximal an jedem zweiten Wochenende eingesetzt werden
    2) Es gelten die bekannten Pausenregelungen:
        - 30 Minuten bei einem Einsatz von mehr als sechs Stunden, 45 Minuten bei mehr als neun Stunden
        - Bei Minderjährigen bei einer Einsatzzeit von mehr als sechs Stunden mindestens 60 Minuten
        - Pausen dürfen nicht vor oder am Ende von Dienst- und Einsatzzeiten liegen
        - Pausen dürfen in Teilstücken von mind. 15 Minuten genommen werden
  • Für Nachtdienste gelten folgende Hinweise:
    • Sie können, ebenso wie Wochenend- und Feiertagsdienste, ein Bestandteil des Freiwilligendienstes sein, sofern der Dienst- bzw. Einsatzplan einer Einsatzstelle diese regulär vorsieht.
    • Sie unterliegen immer einer besonderen Sorgfaltspflicht und daher stets der Aufsicht durch die Verantwortlichen der Einsatzstelle. Das bedeutet auch, dass Freiwillige physisch und psychisch in der Lage sein müssen, einen Nachtdienst abzuleisten.
    • Freiwillige sind Hilfskräfte, weswegen es nicht erlaubt ist, Nachtdienste durch diese alleinverantwortlich abzudecken. So muss während des Nachtdienstes einer/eines Freiwilligen eine entsprechend qualifizierte Fachkraft verfüg- und erreichbar sein. Dies ist bei der Dienst- und Einsatzplanung sowie der Durchführung und der Übertragung von Tätigkeiten auf Freiwillige während eines Nachtdienstes zu beachten.
    • Bei Freiwilligen, die noch nicht volljährig sind, ist das Jugendarbeitsschutzgesetz (insb. JArbSchG, §14, Nachtruhe ) zu beachten. Sie dürfen, die im Gesetz benannten Ausnahmen ausgenommen, keine Nachtdienste übernehmen.
    • Nachtdienste müssen immer den gesetzlichen und tariflichen Rahmen, beispielsweise in Bezug auf die Pausenregelung, Ruhezeiten etc., erfüllen.
    • Sie sollen maximal in dem Umfang erfolgen, wie sie die – sofern vorhanden – gesetzlichen und/oder tariflichen Regelungen für Auszubildende im jeweiligen Berufs- bzw. Tätigkeitsfeld vorsehen (für Pflegeberufe beispielsweise sind es aktuell 120 Stunden während der gesamten Ausbildung, siehe dazu Krankenpflegegesetz bzw. Krankenpflege-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung ).‎
    • Während der Probezeit bzw. der ersten Lernphase oder drei Monate eines Freiwilligendienstes dürfen keine Nachtdienste geleistet werden.
    • Für den Einsatz im Rettungsdienst gelten gesonderte Regeln, da die Freiwilligen hier im Vorfeld eine Ausbildung zum/zur Rettungssanitäter/-in bzw. Rettungshelfer/-in absolvieren.
  • Die in der Einrichtung geltenden Regelungen zur Arbeitssicherheit sind zu befolgen, um den Selbst- und Fremdschutz zu gewährleisten. Dies bezieht sich u. a. auf arbeitsmedizinisch vorgeschriebene Eingangs- und/oder Abschlussuntersuchungen, Impfungen usw.
  • Darüber hinaus müssen die spezifischen Richtlinien bzw. Voraussetzungen für die jeweilige Einsatzstelle beachtet werden, etwa Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes, Hygienebestimmungen usw.
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