Einsatzstellen-Handbuch
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Einleitung

Freiwilligendienste blicken in Deutschland auf eine lange Tradition zurück: Seit Mitte der 1960er Jahre gibt es den gesetzlich geregelten Einsatz für das Gemeinwohl. Das Engagement erfolgte zunächst im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), später auch innerhalb des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) und des Bundesfreiwilligendienstes (BFD). Die Felder, in denen freiwilliges Engagement möglich ist, sind zahlreich und vielfältig: Angefangen bei Tätigkeiten in der Altenhilfe, im Rettungsdienst oder in Krankenhäusern über den Einsatz für Menschen mit Behinderungen oder psychischen Beeinträchtigungen bis zu allgemeinen sozialen Diensten besteht die Möglichkeit dazu in der Kinder- und Jugendarbeit, im Bereich Umwelt- und Naturschutz sowie in kulturellen Einrichtungen, um nur einige zu nennen. In den letzten Jahren kam vermehrt die Arbeit mit geflüchteten Menschen dazu, wofür 2016 eigens ein BFD-Kontingent bereitgestellt wurde.

Die Teilnehmerzahlen sind seit Beginn stark gestiegen: Während sich in den ersten Jahren nach Entstehung der Dienste einige Hundert Freiwillige jährlich für das Gemeinwohl einsetzten, engagieren sich heute jedes Jahr rund 100.000 Menschen in den verschiedenen Formen der Freiwilligendienste in Deutschland. Dazu kommen zahlreiche Jugendliche und Erwachsene, die sich für eine begrenzte Zeit in anderen Ländern inner- und außerhalb Europas engagieren – teils in staatlich geförderten Diensten, teils im Rahmen von nicht geförderten Programmen.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der wirtschaftlichen Entwicklung ist zu erwarten, dass das Interesse an Freiwilligendiensten mittel- oder langfristig nachlässt. Zahlreiche andere Optionen stehen jungen Menschen nach dem Schulabschluss offen. Gleichzeitig begegnen wir in unseren Beratungscentern vermehrt Interessentinnen und Interessenten mit umfangreicheren Betreuungsbedarf: minderjährigen Jugendlichen, Menschen mit geringem Bildungsniveau oder Fluchthintergrund.

Volunta als größter Träger von Freiwilligendiensten in Hessen steht vor der Aufgabe, auf diese Herausforderungen zu reagieren und die Freiwilligendienste qualitativ auf hohem Niveau weiterzuentwickeln. Um freiwilliges Engagement für möglichst viele Jugendliche und Erwachsene weiterhin attraktiv zu gestalten und neue Zielgruppen anzusprechen, ist eine gelingende pädagogische Begleitung von zentraler Bedeutung. Sie erleichtert den Freiwilligen den Sprung in den Berufsalltag und bietet Einsatzstellen die Chance, motivierte und qualifizierte junge Menschen nach ihrem Freiwilligendienst als Auszubildende bzw. Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter zu gewinnen.

Mit dem vorliegenden Einsatzstellenhandbuch möchten wir dazu beitragen, sowohl die Begleitung der Freiwilligen als auch die Zusammenarbeit zwischen Einsatzstelle und Volunta zu optimieren. Das Handbuch bietet zunächst einen Einblick in die Entwicklung der Freiwilligendienste sowie ihre gesetzlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen. Anschließend werden Volunta mit ihrem Angebot und ihr Selbstverständnis als Tochter des DRK in Hessen vorgestellt. Dann benennen wir die Anforderungen an Einsatzstellen für Freiwilligendienste und geben einen Überblick über mögliche Tätigkeitsfelder für Freiwillige nach Einsatzbereichen. Auch die engagierten Jugendlichen und Erwachsenen stellen wir ausführlich vor, gehen auf die Motive für den freiwilligen Einsatz, die Entwicklung während des Dienstes sowie besondere Zielgruppen wie Minderjährige oder Freiwillige mit Fluchtgeschichte ein. Zentrales Anliegen des Handbuchs ist, unsere Einsatzstellen in ihrer täglichen Arbeit mit den Freiwilligen zu unterstützen. Im Kapitel „Die pädagogische Begleitung der Freiwilligen in der Einsatzstelle“ erläutern wir die Rolle und Aufgaben der Praxisanleitung, geben Tipps für Anleitungsgespräche und das Vorgehen bei Konflikten. Abschließend geht es um den Teil der pädagogischen Begleitung, der bei Volunta erfolgt: unsere pädagogischen Kernprozesse „Beraten“, „Vermitteln“ und „Begleiten“ sowie Ablauf und Ziele der Seminararbeit.

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