Reisebericht: Salz- und Silber
Die einwöchige Salz- und Silbertour ist Programmbestandteil des Auslandsschuljahres und des Volunta Kombi-Jahres in Bolivien und ermöglicht den Teilnehmern, weitere Städte Boliviens kennen zu lernen, aber auch tiefere Eindrücke von der vielfältigen Landschaft zu bekommen. Hier ein kurzer Bericht:
Salz- & Silbertour
Potosi
Die Stadt auf 4065m selbst, bietet nicht unbedingt eine sehr spektakulaere Kulisse. Fuer sehr glaeubige Personen koennte es jedoch interessant sein, einige der 180 Kirchen ( vielleicht auch alle ) Potosis zu besuchen. Wir verbrachten in der Silberstadt 2 Tage, ausschliesslich um einen Ausflug in die bekannten Silberminen zu unternehmen.
Im 17 Jh. wurden in den Minen von Potosi rund 16000 Tonnen Silber abgetragen, deshalb war die Stadt dortmals auch reicher, als Paris & London zusammen. Auch Heute noch arbeiten 15000 Menschen ( darunter auch Kinder ) unter sehr schwierigen Bedingungen in den Minen, obwohl die Mineralien weitestgehend abgetragen sind.

- Potosi
Der Minenbesuch war aeusserst interessant und verdeutlichte uns, wie hart das Arbeitsleben eines Minenarbeiters sein muss. Duenne Luft, toxische Gase, hohe Temperaturen ca. 35 Grad, innerhalb der Minen, greifen Lunge & Atemwege an und verkuerzen die Lebensdauer eines Arbeiters drastisch, ebenso kommt es nicht selten zu Unfaellen durch falsch gelegte Sprengsaetze. Um die Arbeit ertragen zu koennen & bei Kraft zu bleiben, konsumieren die Maenner taeglich eine Tuete Kokablaetter, 96% Alkohol und schoepfen Zuversicht fuer den weiteren Lebensweg, indem Sie an den Tio ( Minenteufel ) glauben, welcher Sie vor all dem Unheil in den Minen verschonen soll.

- In den Minen von Potosi

- Mit dem Minenteufel "Tio"
Salar de Uyuni / Salzwueste
Die groesste Salzwueste der Welt erstreckt sich auf 12000 Quadratkilometer im Suedwesten Boliviens. Durch die optische Taeuschung,welche sich durch die kilometerweite Salzlandschaft ergibt, sind richtig geniale Fotos entstanden ( z.B. krabbeln wir aus einer Chipstuete, stehen auf einer Bierdose usw., naja sieht zumindest so aus ;-) ). Ich haette wirklich Stunden damit verbringen koennen, aussergewoehnliche Fotos zu schiessen ( mh, bin mir mittlerweile auch nicht mehr sicher, ob ich vielleicht doch Photographin werden sollte, hab in 3 Monaten bereits 6000 Bilder gemacht, wenn ich das auf ein Jahr hochrechne - 24000 .....und wenn ihr die alle anschauen wollt muessen wir ein Wochenende dafuer einplanen ;-) ), doch der Tourguide draengelte wir muessten weiter....

- Salar de Uyuni / Salzwüste
Zunaechst besuchten wir die Isla de Pescadores ( Kakteeninsel ), es erhebt sich hier ein gigantischer Kakteenwald, welcher einer Oase gleicht, mitten aus der Wueste aus Salz. Die Kakteen sind z.T. ueber 200 Jahre alt und bis zu 6 Meter hoch. Von der Aussenwelt abgeschlossen, leben auf der Insel Skorpione & Vizcachas, langschwaenzige mit den Chinchillas verwandte Nagetiere.

- Eisenbahnfriedhof / Andenlagune / Fahrt nach LaPaz
Abends wurden wir dann in einem Salzhotel einquartiert, die Betten waren aus reinem Salz und selbst das Abendessen wurde an einem Salztisch serviert. Naja, die haben ja auch gerademal genug davon ;-).
Die naechsten zwei Tage waren wir von morgens bis abends mit dem Jeep in Richtung chilenische Grenze on Tour und der Natur ganz nahe. In diesem Gebiet bietet die Natur Ereignisse verschiedenster Art - siebenfarbige Berge, brodelnde Vulkane, mehrere Lagunen, schimmernd in Farben wie gruen, blau, rot, weiss in denen drei verschiedene Flamingoarten baden und nisten, Felsengruppen, die vom Wind phantastisch verformt wurden, blubbernde Geysire, die heissen Quellen ( Termas de Polques ) ermoeglichten uns ein Bad in schwefelhaltigem Wasser mit angenehmen 30 Grad auf 4200 Metern, ach und ein kesser Wuestenfuchs wollte gar nicht mehr von unserem Jeep abweichen, somit konnten wir diesen eine lange Zeit beobachten.......








